Wer kämpft, kann auch verlieren.
Wer gar nicht erst anfängt zu kämpfen, hat schon verloren.
Das ist eine traurige Wahrheit.
Menschen, die MS und meistens wenig oder gar keine Kraft (mehr) zum Kämpfen haben - körperlich oder geistig/seelisch - sollten sich vor jeder Ungerechtigeit, die ihnen - subjektiv oder objektiv - widerfährt genau überlegen, welche Anstrengung sie bereit sind auf sich zu nehmen, um dagegen anzugehen, um etwas zu verändern. Manchmal lohnt die eingesetzte Kraft tatsächlich den Aufwand nicht.
Oft kann aber ein "Infragestellen" von Entscheidungen, die über den Kopf des Patienten oder der Patientin getroffen wurden, Welten bewegen, d.h. ein festgefahrenes Netz vorgegebener Entscheidungen, Gesetze und anderer Selbstverständlichkeiten ins Wanken bringen und zumindest ein Umdenken bewirken.
In Bezug auf Behörden ist der Kampf oft einer gegen Windmühlen, weil finanzielle Unwägbarkeiten eine Rolle spielen und sich im Behördenlabyrinth meistens fest verschlossene Schubladen von Vorurteilen und zeitlich streng bemessenen Kapazitäten befinden. Im Umgang mit Behörden sollte deshalb vorher - im Interesse der Krankheit - eine Kosten-Nutzen Rechnung erstellt werden.
Im Verhältnis zu Ärzten ist zu sagen, dass diese wohl Prognosen treffen können, aber diese nicht ein notwendig eintreffenden Verlauf bestimmen können und kein Gottesurteil sind bzw. Anspruch auf eine endgültig Wahrheit haben.
Die Krankheit hat ein Eigenleben. Wir sollten aber nie vergessen, dass wir die Krankheit "haben" und nicht umgekehrt: Die Krankheit hat uns!
Der-Spagat |